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Steuernews für Mandanten

Steuersünder bei Airbnb sollten schnell sein

Eine Selbstanzeige kann teure Konsequenzen einer Entdeckung verhindern. 

SAARBRÜCKEN (red) Die Share-Eco­nomy boomt. Über Portale wie Airbnb, Wimdu.de oder 9Flats.com freuen sich Privatpersonen auf nette neue Kontakte und ein will­kommenes "Taschengeld". Doch Kommunen wehren sich vor dem Hintergrund der angespanmten Wohnungssituation in vielen lnnen­-städten gegen die Dauervermietung an Urlauber. So urteilte das Verwal­tungsgericht München, dass Airbnb die Herausgabe von Vermieterdaten nicht verweigern dürfen. Das Gericht wies damit die Klage von Alrbnb ge­gen ein Auskunftsersuchen der Stadt München zurück. Zwar ist das Ur­teil noch nicht rechtskräftig, da Airbnb Rechtsmittel beim Bayeri­schen Verwaltungsgerichtshof ein­gelegt hat. Vermieter, die ihre Woh­nungen über einen Zeitraum von mehr als acht Wochen im Jahr dau­erhaft dem Wohnungsmarkt ent­ziehen, sollten allerdings vorsich­tig sein. Auch aus steuerlicher Sicht können ernste Konsequenzen drohen: Den wird die Einnahmequelle zu lukrativ, schaut der Fiskus inzwi­schen sehr genau hin, warnt Steuer­berater Heinz Joachim Maier, Part­ner der Saarbrücker Kanzlei HLB Förderer, Keil und Partner.

"Mit sogenannten Auskunftser­suchen überprüft das Finanzamt in letzter Zeil immer häufiger, ob Vermieter, die ihre privaten Wohnräume gegen entsprechendes Entgelt auf Online-Plattformen wie Airbnb anbieten, die erzeilten Einkünfte in ihrer Steuererklärung angegeben haben", erklärt Maier. "Wer seine Interneteinkünfte nicht ordnungsgemäß in der Einkommenssteuererklärung anführt, begeht die Straftat der Steuerhinterziehung - vor allem, wenn es um mehr als ein paar Euro geht".

Für den einen oder anderen Vermieter bestehe daher dringender Handlungsbedarf, denn im Falle eines Falles könne zwar eine rechtzeitige strafbefreiende Selbstanzeige noch vor schlimmeren Konsequenzen bewahren, die Zeit drängt jedoch. Denn "ist die Steuerhinter­ziehung erst einmal entdeckt, so kann sich eine Selbstanzeige nicht mehr strafbefreiend, sondern allen­falls strafmildernd auswirken", be­tont Maier.

Jedoch sollte man sich bei der Formulierung der Selbstanzeige fachliche Hilfe holen, um alle An­forderungen an Form und Um­fang zu erfüllen. So hat die Selbstanzeige vollständige Angaben zu allen Steuerstraftaten einer "Steuer­art" der letzten zehn Jahre zu enthal­ten. Dabei ist die "Steuerart" im Falle der Vermietung die Einkommens­steuer. Wer also straffrei ausgehen will, muss zusammen mit den verschwiegenen Mieteinkünften auch gleich beispielsweise die nicht erklärten Zinseinkünfte oder "vergessenen" Honorare als Berater oder aus Fachvorträgen der letzten zehn Jahre offenbaren. "Die Angaben zu Sachverhalt und Höhe der Einkünfte müssen bereits im ersten Selbstanzeigeschreiben enthalten sein. Ohne fachkundige Hilfe dürfte dies kaum gelingen", sagt Maier.

Grundsätzlich gilt für die Online-Vermietung von Wohnraum: "Steuern fallen erst an, wenn das insgesamt erzielte Einkommen über dem jährlichen Grundfreibe­trag liegt. Dieser betrug in 2018 für Singles 9000 Euro und für Verheiratete 18000 Euro und ist ab 2019 noch einmal leicht gestiegen auf 9168 beziehungsweise 18336 Euro", sagt Maier. Zudem gibt es einen Pau­schalbetrag für Gelegenheitsvermie­ter: "Einnahmen bis zu 520 Euro im Jahr bleiben steuerfrei, weil sich die Vermieter auf eine pauschale Ver­einfachungsregelung berufen kön­nen", sagt Maier. Nachteil: Wer diese Pauschale für sich beansprucht, kann auch keine weiteren Kosten in Verbindung mit dem Wohnraum absetzen. Für jeden Euro über den Pauschalen gilt: Einnahmen aus Vermietung müssen in der Steuererklärung aufgeführt werden, sonst drohen empfindliche Strafen. 

Vorsicht ist außerdem für sehr rege Vermieter geboten: "Es kann durchaus sein, dass das Finanzamt eine gewerbliche Nutzung attes­tiert und dann noch weitere Steu­ern und Abgaben fällig werden", warnt Maier. Kurz gesagt: Wenn die Vermietung einem Hotel oder einem anderen Gewerbebetrieb gleicht, beispielsweise wenn jemand meh­rere Wohnungen vermietet, geht das Finanzamt von einem Gewerbe aus.

"Eine Vermietung von privat zu privat über Plattformen wie Airbnb kann sich durchaus lohnen, sie sollte jedoch unbedingt steuerrechtlich korrekt ablaufen", sagt Maier.

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