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Steuernews für Ärzte

Kfz-Aufwendungen bei Gehbehinderung

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Außergewöhnliche Belastungen

Aufwendungen, die einem Steuerpflichtigen zwangsläufig entstehen und die größer sind als jene Aufwendungen, die der überwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommens-, Vermögens-, und Familienverhältnisse entstehen, können unter bestimmten Voraussetzungen vom zu versteuernden Einkommen als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden. Gehbehinderte Menschen (GdB von mindestens 80 oder GdB von mindestens 70 und Merkzeichen G) wird eine jährliche Fahrleistung von 3.000 Kilometer (km) ohne Nachweis anerkannt. Bei Merkzeichen aG, BI oder H werden sogar 15.000 km anerkannt. Die Finanzverwaltung erkennt auch Aufwendungen für die behindertengerechte Umrüstung eines Pkws als außergewöhnliche Belastungen an (R 33.4 Abs. 4 der Einkommensteuer-Richtlinien/EStR). Die Umbaukosten können im Veranlagungszeitraum der Zahlung sofort abgezogen werden und müssen nicht über die gewöhnliche Nutzungsdauer des Pkw verteilt abgeschrieben werden. Die Kosten können allerdings auch auf Antrag und aus Billigkeitsgründen auf mehrere Jahre verteilt werden (BFH vom 22.10.2009 - VI R 7/09, BStBl II 2010, 280).

Krasse Ausnahmefälle

Für Behindertenfahrten kann jeweils die Fahrtkostenpauschale von € 0,30/Kilometer geltend gemacht werden. In „krassen Ausnahmefällen“ kann nach der BFH-Rechtsprechung statt der Pauschbeträge ein höherer Abzug zugelassen werden. Ein solcher Ausnahmefall liegt allerdings nicht vor, wenn dem Steuerpflichtigen tatsächliche Kosten von € 0,77 pro gefahrenem Kilometer entstehen, wie der BFH in einem aktuellen Urteil festgestellt hat (vom 21.11.2018, VI R 28/16). Im Streitfall erwarb ein an Multipler Sklerose erkrankter Steuerpflichtiger einen Kleinbus, den er behindertengerecht umbauen ließ. Er errechnete die tatsächlichen Aufwendungen für das Fahrzeug auf € 0,77/Kilometer. Das Finanzamt rechnete aber nur € 0,30/Kilometer an. Das Hessische Finanzgericht erkannte die höheren Kosten an (Urteil vom 23.6.2016, 6 K 2397/12). Der BFH hob das Urteil letztlich auf.

Stand: 27. August 2019

Bild: Dan Race - stock.adobe.com

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Cyber-Angriff und Datenschutzvorfall

Sehr geehrte Kunden, Mandanten und Freunde unseres Hauses, 

wir müssen Ihnen leider mitteilen, dass wir Opfer einer Schadsoftware geworden sind. Dabei ist es nach derzeitigen Erkenntnissen leider zumindest nicht völlig auszuschließen, dass die Angreifer (personenbezogene) Daten einsehen konnten, die sich ggf. auch auf Sie bzw. Ihr Unternehmen beziehen.

Was ist geschehen?
Am Mittwoch, den 23.12.2020, wurde ein E-Mail-Anhang geöffnet. Der vermeintliche Absender war uns bekannt. Am 28.12.2020 häufen sich Warnmeldungen der von uns eingesetzten Virenscanner, die auf verdächtige Aktivitäten auf unseren Systemen hinwies. Daraufhin haben wir unter Mithilfe von spezialisierten IT-Sicherheits-Experten unsere Systeme sofort analysiert. Dabei wurde ein Befall mit der weitverbreiteten Schadsoftware Emotet festgestellt.

Was ist Emotet?
Emotet ist in der Lage, authentisch aussehende Spam-Mails zu verschicken, die den Empfänger dazu verleitet, die sich im Anhang befindende Word/Excel-Datei zu öffnen. Die Schadsoftware liest Kontaktbeziehungen und E-Mail-Inhalte aus den Postfächern bereits infizierter Systeme aus. Diese Information nutzen die Hacker zur weiteren Verbreitung des Schadprogramms in Spam-Kampagnen, so dass die Empfänger täuschend echte Mails von Absendern erhalten, mit denen sie in Kontakt standen. Sobald ein Computer infiziert ist, können weitere Viren oder Trojaner eingeschleust werden, die schon einmal Zugangsdaten auslesen und vollständigen Remote-Zugriff auf das System ermöglichen.

Was haben wir gemacht?
Unverzüglich wurden alle erforderlichen Maßnahmen ergriffen, um die Schadsoftware zu eliminieren und die Sicherheit unserer Systeme wiederherzustellen. Sämtliche Systeme wurden vom Netz getrennt und ausführlich geprüft. Sämtliche Server und Clients wurden neu aufgesetzt sowie mit neuen Passwörtern versehen. Der Vorgang wurde unverzüglich der zuständigen Datenschutzaufsichtsbehörde gemeldet.

Was können Sie tun, um sich zu schützen?
Öffnen Sie auch bei vermeintlich bekannten Absendern nur mit Vorsicht Dateianhänge von E-Mails (insbesondere Office-Dokumente; zumeist wird Emotet über .doc und .xml Anhänge verbreitet) und prüfen Sie in den Nachrichten enthaltene Links, bevor sie diese anklicken. Bei einer verdächtigen E-Mail sollten Sie im Zweifelsfall den Absender anrufen und sich nach der Glaubhaftigkeit des Inhaltes erkundigen.

Was können Sie tun, wenn Sie betroffen sind?

Bitte entschuldigen Sie mögliche Unannehmlichkeiten.

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